Was ist ein ETF-Sparplan?

Ein ETF (Exchange Traded Fund) ist ein börsengehandelter Fonds, der einen Index abbildet — also etwa den MSCI World, der die 1.500 größten Unternehmen aus Industrieländern enthält. Ein ETF-Sparplan ist eine automatisierte monatliche Order auf einen solchen ETF: Sie legen einen Betrag (z. B. 200 €) und einen Termin fest (z. B. 1. jedes Monats), und Ihr Broker kauft dann automatisch ETF-Anteile in dieser Höhe.

Die Vorteile gegenüber klassischen Anlageprodukten:

Welcher Index für die Altersvorsorge?

IndexAnzahl UnternehmenAbdeckungTER (typisch)Für Altersvorsorge
MSCI Worldca. 1.50023 Industrieländer0,12–0,20 %Sehr gut
FTSE All-Worldca. 4.300Industrie- + Schwellenländer0,22 %Sehr gut
MSCI ACWIca. 2.900Industrie- + Schwellenländer0,20 %Sehr gut
MSCI Emerging Marketsca. 1.400Schwellenländer pur0,18 %Nur als Beimischung
S&P 500500nur USA0,07 %Klumpenrisiko USA
DAX40nur Deutschland0,15 %Zu konzentriert
Themen-ETFs (KI, Wasser etc.)50–100einzelne Themen0,45–0,75 %Nicht als Basis

Die solide 2-Index-Kombination

Für die meisten Anleger gibt es zwei sinnvolle Wege:

Beide Varianten sind langfristig solide. Variante A ist einfacher (ein ETF), Variante B gibt etwas mehr Kontrolle. Für die Basis-Altersvorsorge sind Themen-ETFs (KI, Wasserstoff, Robotik) nicht geeignet — sie schwanken stärker und sind teurer.

— Ihr individueller Plan

Wie viel ETF-Sparrate brauchen Sie?

Der Vorsorgio-Rechner zeigt, wie viel Sparrate Sie brauchen, um Ihre persönliche Rentenlücke mit einem ETF-Sparplan zu schließen.

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Ausschüttend oder thesaurierend?

ETFs gibt es in zwei Varianten:

Welche Variante für die Altersvorsorge?

Faustregel: Für die Anspar-Phase ist thesaurierend optimal — der Zinseszinseffekt wirkt automatisch. Ausnahme: Wer den jährlichen Sparerpauschbetrag (1.000 € pro Person, 2.000 € bei Verheirateten) sonst ungenutzt verstreichen lassen würde, kann gezielt ausschüttende ETFs nehmen, um die steuerfreien Erträge jährlich zu realisieren.

In der Auszahlungs-Phase ab Renteneintritt sind ausschüttende ETFs angenehmer, weil sie regelmäßiges Einkommen ohne Verkaufs-Entscheidung liefern.

Welcher Broker?

In Deutschland gibt es mehrere etablierte Broker mit kostenfreien ETF-Sparplänen. Wir nennen keine Empfehlung, sondern Auswahl-Kriterien — die jeder Anleger selbst nach eigener Präferenz gewichten kann.

KriteriumWas prüfen
Sparplan-GebührIdealerweise 0 € pro Ausführung. Manche Broker erheben 0,99 € oder %-Satz.
ETF-AuswahlWelche Indizes als Sparplan verfügbar? Mindestens MSCI World + FTSE All-World sollten dabei sein.
Depotführungs-GebührIm Idealfall 0 €. Bei einigen Banken erst ab bestimmtem Vermögen.
Sitz & EinlagensicherungDeutsche/EU-Sitz, BaFin-Aufsicht, Einlagensicherung mindestens 100.000 €.
SteuerautomatikDeutscher Broker zieht Abgeltungsteuer automatisch ab. Ausland: Steuererklärung selbst nötig.
Wertpapier-SicherungETFs sind Sondervermögen, aber die Verwahrung (Depot) sollte sicher und transparent sein.
— Hinweis

Vorsorgio ist neutral, kein Affiliate-Empfehlungsschreiber

Wir nennen Broker-Beispiele nur, wo sinnvoll. Die finale Wahl trifft der Anleger nach Prüfung der aktuellen Konditionen. Aktuelle Vergleiche finden Sie bei spezialisierten Vergleichsportalen.

Welche Sparrate ist richtig?

Die Sparrate hängt vom Anlagehorizont und Zielkapital ab. Hier eine grobe Übersicht, wie viel monatlich nötig ist, um bestimmte Endkapitale zu erreichen — bei langfristig 6 % Rendite (vor Steuern):

ZielkapitalSparrate 40 JahreSparrate 30 JahreSparrate 20 JahreSparrate 10 Jahre
100.000 €50 €100 €215 €610 €
200.000 €100 €200 €430 €1.220 €
300.000 €150 €300 €650 €1.830 €
500.000 €250 €500 €1.080 €3.050 €
1.000.000 €500 €1.000 €2.165 €6.100 €

Modellrechnung 6 % p. a. Bruttorendite, ohne Steuern und Inflation.

Realistische Renditeerwartung

Der MSCI World hat seit 1970 (Auflage) bis 2024 eine Rendite von durchschnittlich rund 7 % pro Jahr in Euro gebracht — vor Inflation, vor Steuern. Reale Rendite (nach Inflation): rund 4,5 bis 5,5 %.

Wichtig zu wissen: Diese Werte sind Durchschnitte über 50+ Jahre. Auf einzelnen 10-Jahres-Strecken gab es enorme Schwankungen:

Wer in einer der schwachen Phasen verkauft, hat verloren. Wer durchhält, profitiert von der nächsten Aufwärtsphase. Das ist der Grund, warum ETF-Sparpläne nur für lange Zeiträume sinnvoll sind — typisch 15+ Jahre, optimal 25+.

— Wichtig

Eine durchschnittliche Rendite von 7 % bedeutet nicht "+7 % jedes Jahr". Es bedeutet starke Schwankungen — z. B. +20 % in einem Jahr, −15 % im nächsten. Wer das nicht aushält, sollte die Aktienquote durch eine Beimischung Anleihen abfedern (z. B. 70/30-Mix Aktien/Anleihen).

Steuern bei ETFs (Vorabpauschale)

ETF-Gewinne unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer — also effektiv rund 26,375 bis 27,99 %. Auf realisierte Kursgewinne und Ausschüttungen wird die Steuer direkt vom Broker abgeführt.

Bei thesaurierenden ETFs gibt es die Vorabpauschale: Auch ohne tatsächliche Auszahlung wird jährlich ein Schätz-Wert besteuert, basierend auf dem sogenannten Basiszins. Bei einem ETF-Wert von 50.000 € und einem Basiszins von 2,7 % beträgt die Vorabpauschale 50.000 × 2,7 % × 0,7 (Teilfreistellung) = 945 €. Davon werden 26,375 % Steuer fällig — also rund 250 € pro Jahr, die Ihr Broker vom Verrechnungskonto abbucht.

Sparerpauschbetrag nutzen

Bis 1.000 € Kapitalerträge pro Person und Jahr sind steuerfrei (Sparerpauschbetrag). Wer den Freistellungsauftrag bei seinem Broker hinterlegt hat, zahlt erst über diesem Betrag Steuern. Verheiratete können den Auftrag splitten oder auf einen Partner konzentrieren.

Häufige Fragen — ETF-Sparplan

Welcher ETF ist am besten für die Altersvorsorge?

Für die meisten Anleger ist ein global gestreuter Aktien-ETF auf den MSCI World (1.500 Unternehmen in Industrieländern) oder FTSE All-World (4.300 Unternehmen inkl. Schwellenländer) die solide Wahl. Niedrige Kosten (TER ab 0,12 %), maximale Diversifikation, lange Historie.

Wie viel sollte ich monatlich in einen ETF-Sparplan investieren?

Faustregel: 10 bis 15 % des Nettoeinkommens, in Summe aller Vorsorge-Bausteine. Beim ETF-Sparplan reichen ab 25 € pro Monat (Mindestrate vieler Broker) für den Einstieg.

Ausschüttend oder thesaurierend?

Für die Altersvorsorge ist ein thesaurierender ETF meist optimal: Dividenden werden automatisch reinvestiert, der Zinseszinseffekt wirkt voll. Ausschüttende ETFs sind sinnvoll, wenn der Sparerpauschbetrag sonst ungenutzt bleibt.

Welcher Broker ist am besten?

Es gibt mehrere etablierte Anbieter mit kostenfreien ETF-Sparplänen: Trade Republic, Scalable Capital, ING, Comdirect, DKB, Consorsbank. Achten Sie auf Gebühren bei Sparplan-Ausführung, Depotführung und die verfügbare ETF-Auswahl.

Wie viel Rendite kann ich realistisch erwarten?

Der MSCI World hat seit 1970 im Durchschnitt rund 7 % Rendite pro Jahr in Euro gebracht — vor Inflation. Real (nach Inflation) liegt die langfristige Erwartung bei 5 bis 6 %.

Was ist die Vorabpauschale?

Bei thesaurierenden ETFs wird seit 2018 eine pauschale Mindest-Besteuerung berechnet, auch ohne Verkauf. Basis ist der Basiszins der Bundesbank. Die Höhe ist meist überschaubar (typisch 100 bis 300 € pro 50.000 € Depotwert pro Jahr) und wird vom Broker automatisch abgeführt.

Kann ich einen ETF-Sparplan auch zur betrieblichen Altersvorsorge nutzen?

Nicht direkt — bAV-Verträge laufen über spezielle Versicherungs- und Pensionskassen-Produkte. Aber: Eine private ETF-Vorsorge ergänzt eine bAV oft perfekt, weil sie volle Flexibilität bietet, die bAV nicht hat.

— Quellen
  • MSCI Inc.: MSCI World Index — Historical Performance 1970–2024
  • FTSE Russell: FTSE All-World Index — Methodology
  • Bundesfinanzministerium: Investmentsteuergesetz — Vorabpauschale
  • BaFin: Wertpapier-Aufsicht und Sondervermögen
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Vorsorgio Redaktion
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